Völlig erschöpft war Evelyne Leu vom Weltcup-Auftakt
in China zurückgekehrt. Die ersten Full Full
Fulls (Dreifachsalto mit drei Schrauben) nach minimaler
Vorbereitung hatten sie mental und körperlich
so ausgelaugt, dass sie sich gleich zwei Wochen Pause
verordnete. «Auch im neuen Jahr fühlte
ich mich noch nicht hundertprozentig fit und sprang
deshalb nur Doppelsalti, um im Rhythmus zu bleiben»,
erzählte die Olympiasiegerin. In Lake Placid
(USA) der Olympiastätte von 1980 tastete sie
sich im Training wieder an ihre schwierigsten Sprünge
heran. Die Bilanz war durchzogen «Am ersten
Tag hatte ich Mühe mit der Landung, was eigentlich
meine Stärke ist.» Das Evelyne Leu kämpfen
kann, hat sie schon mehrfach bewiesen. «Am
zweiten Tag ging es dann schon viel besser. Da wusste
ich, dass ich vorne mitspringen kann.»
Im Wettkampf am Samstag qualifiziert sie sich souverän mit einem Lay Tuck
Full (Dreifachsalto mit einer Schraube) als Vierte für den Final, trotz
ständig drehendem Wind und zeitweisem Schneefall. «In der Luft war
der Sprung nicht perfekt, aber die Landung war gut. Jetzt freue ich mich auf
den Final», gibt sie nach der Quali zu Protokoll. Die Entscheidung fällt
in Lake Placid in einem Nachtspringen. Das gefällt Evelyne Leu: «Die
Kontraste sind besser als am Tag, da sehe ich die Landung besser.» Auch
ihren Olympiasieg holte sie im Scheinwerferlicht.
Im Final zeigt Evelyne Leu ihren zweitschwierigsten Sprung, den Lay Full Full
(Dreifachsalto mit zwei Schrauben). Trotz immer noch ungünstiger Witterung
gelingt er sehr gut und sie überholt die vor ihr liegende Australierin Lydia
Lassila (AUS). Siegerin wird einmal mehr ihre Trainingspartnerin Jacqui Cooper
(AUS). «Mit diesem dritten Platz bin ich mehr als zufrieden. Das Wichtigste
ist, dass ich beide Sprünge gut landen konnte.», freut sie sich, «das
gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe.»
zum Newsletter
Rangliste
FIS