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Auf der Suche nach Sicherheit

 
     
 

«Wenn das Selbstvertrauen einmal weg ist, dann landet man keinen Sprung mehr», erklärt Evelyne Leu. In dieser Situation ist sie zurzeit. «In der Luft sehe ich die Landung, aber ich glaube nicht daran, dass ich sie stehe.» Die Verhältnisse sind auch in Japan nicht leicht. Meist weht den Athletinnen der Wind entgegen. Weil der Anlauf vor der Schanze ungewöhnlich flach ist, müssen sie vorher mehr Geschwindigkeit aufnehmen. Im Training vor dem Wettkampf ist Evelyne Leu trotz allem zu langsam und bohrt nach einem Lay Full Full (Dreifachsalto mit zwei Schrauben) die Skispitzen in den Boden. «Den Kopf habe ich gerade noch unten durch gekriegt und ich kann froh sein, dass ich mich nicht verletzt habe.» Die Ski überstehen den Sturz nicht. Mit einem neuen Paar muss die Olympiasiegerin erst die Anlaufgeschwindigkeit testen, sodass es nur für einen einzigen Trainingssprung reicht.
In der Qualifikation springt sie einen Lay Tuck Full. Diesen überdreht sie und muss die Landung auf dem Rücken auffangen. Als sechzehnte verpasst sie den Final der besten zwölf. «Jetzt will ich nur noch nach hause, mich erholen und mein Selbstvertrauen neu aufbauen.» Das wird sie brauchen, denn in zwei Wochen findet in Moskau eine Prüfung der besonderen Art statt. Mitten in der Stadt, auf einem sechzig Meter hohen Gerüst, werden die Freestyler ihren nächsten Wettkampf austragen. «Alle sprechen davon, niemand weiss genau, wie die Anlage aussieht und einige haben Angst davor», berichtet Evelyne Leu. «Ich freue mich drauf, stelle mich aber darauf ein, dass gewisse Sprünge nicht möglich sein werden. Denn wenn ich zuoberst auf dem Gerüst stehe, kann ich den Anlauf nicht mehr verlängern.»



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