«Da bin ich mal gespannt, wie die den Wettkampf
in zwei Jahren organisieren, wenn das Wetter wieder
so verrückt spielt», sagt Evelyne Leu
nach dem Weltcup-Springen in Cypress Mountain, dem
Ort des nächsten olympischen Wettkampfs. «Zum
Glück haben sie noch zwei Jahre Zeit.» Cypress
Mountain befindet sich nur zwanzig Autominuten ausserhalb
von Vancouver, das auf Meereshöhe liegt. Das
Wetter vom Pazifik trifft das Skigebiet ungehindert.
Die ganze Woche über schneit oder regnet es.
Grösstes Problem ist aber der Mangel an Helfern,
die es kaum schaffen, Anlauf und Schanze vom Neuschnee
zu befreien. Die Athletinnen und Athleten müssen
oft selber den Landehang auflockern. Zu Schnee und
Regen kommt Nebel, der oft so dicht ist, dass man
vom Start aus kaum die Schanze sieht. «Zusammen
mit dem holprigen Anlauf war das schon richtig gefährlich»,
konstatiert die Schweizerin.
Auch am Wettkampftag macht das Wetter keine Ausnahme. Die Schanze für die
Dreifachsalti ist erst kurz vor dem Wettkampf bereit. Im einzigen Trainingssprung
ist Evelyne Leu zu schnell, überdreht und hat eine Ski-Rücken-Ski-Landung.
Mit diesem wenig aufbauenden Erlebnis steigt sie in dei Qualifikation. Es zeichnet
sich bereits ab, dass der Finaldurchgang nicht durchgeführt werden wird.
Die Olympiasiegerin ist erneut zu schnell und wiederholt nach einem anständigen
Lay-Tuck-Full (Dreifachsalto mit einer Schraube) ihre schlechte Landung aus dem
Training. Tatsächlich wird die Qualifikation als einziger Durchgang gewertet.
Die Schweizerin hätte es als Sechzehnte aber ohnehin nicht in den Final
geschafft. «Ich brauche wieder einmal eine Woche mit guten Verhältnissen,
damit ich Sicherheit gewinnen und meine Sprünge neu aufbauen kann»,
sagt eine enttäuschte Evelyne Leu. Nun reist der Tross nach Japan, wo bereits
am kommenden Sonntag das nächste Springen ansteht.
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