Der zweitletzte Wettkampf der Saison ist eine
Weltpremiere. Mitten in Moskau springen die Skiakrobatinnen
und -akrobaten auf einem sechzig Meter hohen Gerüst.
Eigentlich würde die imposante Anlage gut funktionieren.
Leider ist es auch in Moskau viel zu warm und es regnet.
Der nasse Schnee lässt die nötige Geschwindigkeit
fast nicht zu. Wilde Szenen spielen sich ab: Mit Schlittschuhschritten
oder angeschoben von ihren Trainern versuchen einige
Athleten auf Tempo zu kommen.
Evelyne Leu entscheidet sich, keine Dreifachsalti sondern nur doppelte zu springen.
Zu gross ist das Risiko und schliesslich hat sie noch andere Probleme. Nach wie
vor fehlt ihr die Sicherheit und das Selbstvertrauen in der Luft. Auch im Wettkampf
in Moskau stürzt sie beim ersten Sprung, einem Lay Full (Doppelsalto mit
einer Schraube) nach vorn. Den zweiten, einen Full Full (Doppelsalto mit zwei
Schrauben) steht sie, muss aber die Beine anziehen, um die Rotation zu beenden.
So landet sie auf dem elften Platz. Hinter ihr liegt ihre australische Trainingskollegin
und Weltcupleaderin Jacqui Cooper. Die Dominatorin der Saison versucht als einzige
Frau einen Dreifachsalto, stürzt dabei schwer und tritt zum zweiten Durchgang
gar nicht mehr an. Siegerin wird die Amerikanerin, Emily Cook.
Evelyne Leu hatte sich auf den Wettkampf in Moskau gefreut. «Die bisherige
Saison war kein Genuss. Diesen speziellen Event wollte ich geniessen und das
habe ich so gut es geht getan.» Vor 30'000 Zuschauer fliegen die Skiakrobaten
selten. «Das hat wirklich Spass gemacht. Leider bin ich deswegen nicht
besser gesprungen.» Auch den Heimwettkampf in Davos liebt Evelyne Leu und
hofft auf ein paar gute Trainings, die ihr Sicherheit geben. «Ich hoffe,
ich kann dem Heimpublikum etwas bieten.»
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