Auf ihrer Heimschanze, dem jumpin in Mettmenstetten
(ZH) fand die erste Sommer-EM der Akrospringerinnen
statt. Als härteste Konkurrentinnen sind die
Weissrussinnen Alla Tsuper und Oly Slivets angereist.
Auch sie kennen diese Anlage bestens, trainieren
sie doch jeden Sommer mehrere Wochen im Säuliamt.
«Ich war super nervös», gab Evelyne Leu zu, «ich weiss
selber nicht wieso. So gesehen war das ein richtiger Wettkampf.» Unter
Wettkampfbedingungen zu springen und den internationa-len Vergleich anzustellen,
sind denn auch die wichtigen Nebeneffekte des European Masters auf der Wasserschanze.
Der erste Finalsprung geriet gar nicht nach dem Geschmack der Olympiasiegerin
und auch nicht nach dem der Jury. Sie verpasste den Absprung, und musste zur
Beschleunigung der Rotation die Knie anziehen, wo sie gestreckt sein müssten.
Sehr viel besser gelang der Full Full Full. «Der Full Full Full war so,
wie ich ihn zu diesem Zeitpunkt des Sommertrainings kann.» Um Alla Tsuper
zu schlagen reichte es nicht ganz. «Sie war besser heute», bekannte
die Schweizerin. Die Weissrusssin erhielt auch für ihren zweiten Sprung
die bessere Note als die Einheimische. «Der verpasste Absprung im ersten
Sprung regt mich mehr auf als der verpasste Titel», fasste Evelyne Leu
ihre Gefühle zusammen. Wichtiger ist, dass der Fahrplan stimmt. Es bleiben
zwei Monate Wassertraining, in denen sie parallel an der Perfektion des Full
Full Full und an der Doppelschraube arbeiten wird. Sie freut sich da-rauf: «Im
Moment bin ich ganz froh, dass es noch eine Weile im Wasser weiter geht und ich
noch nicht in den Schnee muss.»
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