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Zentimeter an WM-Gold vorbei
 
     
 

Die Verhältnisse im WM-Final sind so schwierig, wie das zu erwarten war: eine weiche Schanze, eine harte Landung und dazu immer wieder Windstösse. Viele Athleten stürzen im Training, darunter auch Evelyne Leu, die zweimal heftig aufschlägt. Körperliche Schäden trägt sie keine davon. Aber wie sieht es in ihr drin aus? «Es ist natürlich gar nicht lustig, wenn man so davon fliegt, wie ich im zweiten Trainingssprung. Zum nächsten Sprung musste ich mich ziemlich überwinden.»
Bis im letzten Moment wird vor dem Final an der Schanze gearbeitet, dazu kommen immer wieder Unterbrüche wegen dem auffrischenden Wind. Auch im Wettkampf stürzen einige Springerinnen. Favoritin Jacqui Cooper (AUS) hingegen, legt einen sehr guten Full Full Full (Dreifachsalto mit drei Schrauben) vor und übernimmt die deutliche Führung. Evelyne Leu steigt unmittelbar vor ihrem ersten Sprung im Anlauf weiter nach oben. Ihr Lay Full Full (Dreifachsalto mit zwei Schrauben) ist fast makellos und bringt die Olympiasiegerin auf den zweiten Zwischenrang. Damit verläuft ihr Wettkampf nach Plan. Ein sauberer Lay Tuck Full (Dreifachsalto mit einer Schraube) müsste für eine Medaille reichen.
Als zweite nach dem ersten Durchgang darf sie als zweitletzte zum zweiten Sprung starten. Wieder verlängert sie ihren Anlauf im letzten Moment. Ihr Lay Tuck Full (Dreifachsalto mit einer Schraube) sieht bis zur Landung perfekt aus. Doch da sie die Rotation sehr spät beendet, überschlägt es sie nach der Landung. Einen weiteren Sturz übersteht sie unbeschadet, doch das Podest liegt damit ausser Reichweite. «Ich habe mich in der Luft ein ganz klein wenig verschätzt. Es fehlte so wenig zur guten Landung», ärgert sie sich. Auch Jacqui Cooper, Evelyne Leus beste Freundin in der Freestyle-Szene, stürzt nach der Landung. Dank ihrem hervorragenden Full Full Full wird sie dennoch Dritte. Weltmeisterin wird die Chinesin Nina Li, Evelyne Leu wird Fünfte. «Das ist eine Enttäuschung, vor allem da so wenig gefehlt hat. Aber ich bin zufrieden, dass ich mental noch einmal so bereit für den Wettkampf war.»



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